Projekte 2018: Wohnen für Hilfe

Selina Hubschneider Blog 0 Comments

Mehr als jeder neunte Karlsruher studiert – junge Erwachsene aus 160 Ländern der Welt kommen nach Karlsruhe, um hier die Grundlage für ihr späteres Arbeitsleben zu legen.

Dabei verschärft sich die Wohnsituation stetig. Nur knapp 12% der Studierenden bekommen einen der ca. 4.900 Wohnheimplätze – wer keinen Platz erhält, muss auf dem freien Wohnungsmarkt regelrecht um eine Unterkunft kämpfen, um ein bezahlbares Dach über dem Kopf zu finden.

Zudem leben ältere Menschen in Karlsruhe oft alleine. Die Kinder sind längst ausgezogen, die Zimmer stehen leer und die Wohnung wird still. Ausziehen ist aber mit großem Aufwand verbunden und auf die liebgewonnene Umgebung will man auch nicht verzichten. Hilfe ist dabei gerade für älteren Menschen sehr wichtig. Die Gartenarbeit wird zur Knochenarbeit, die Einkäufe kommen nur mit großer Mühe nach Hause und die Senioren vereinsamen.

EIN ZIMMER FÜR UNTERSTÜTZUNG – DIE WOHNPARTNERSCHAFT

„Wohnen für Hilfe“ bietet mit dem alternativen Wohnmodell eine innovative Lösung für diese Herausforderung. 2008 wurde das Projekt von den Paritätischen Sozialdiensten Karlsruhe gemeinsam mit dem Studierendenwerk Karlsruhe ins Leben gerufen. Das Prinzip dahinter ist ganz einfach:

Studierende erhalten im Gegenzug für Unterstützung im Alltag Wohnraum zur Verfügung gestellt. Somit zahlt der Student die Miete nicht mit Geld, sondern in Form von Alltagshilfen. Allein die Nebenkosten muss der junge Erwachsene selbst bezahlen.

Potentielle Vermieter sind Menschen die Unterstützung im Alltag benötigen. Das sind vor allem ältere Menschen, aber auch junge Familien (insbesondere alleinerziehende Elternteile) und Menschen mit Behinderungen.
Potentielle Mieter sind Studentinnen und Studenten, die entweder in einer Hochschule in Karlsruhe oder Pforzheim eingeschrieben sind, eine kostengünstige Wohnform suchen und bereit sind einen Teil ihrer Zeit in Hilfeleistungen zu investieren.

1M² WOHNRAUM = 1 STUNDE HILFE IM MONAT

Pro Quadratmeter Wohnfläche gehen die Studierenden ihren Vermietern eine Stunde im Monat zur Hand. Diese Arbeit kann ganz unterschiedlich ausfallen – immer darauf abgestimmt, wo Hilfe benötigt wird. Das reicht von Unterstützung im Haushalt, kleinen Reparaturen und Kinderbetreuung bis hin zu gemeinsamen Einkäufen, Rasenmähen und Begleitungen zu Arztbesuchen. Es ist jedoch kein Ersatz für Pflegedienstleistungen.

Die sogenannte Wohnpartnerschaft ist somit eine klassische WIN-WIN-Situation, bei der alle vom gegenseitigen Nehmen und Geben profitieren.

Im Mittelpunkt steht soziales Engagement, Solidarität und Aufgeschlossenheit. Gemeinsames Wohnen erleichtert den Alltag und bereichert Jung und Alt gleichermaßen. Die Studierenden bringen frischen Wind ins Haus und packen tatkräftig an – aber auch von der Erfahrung der älteren Menschen können die jungen Erwachsenen viel lernen. Schließlich entwickeln sich oft aus Fremden ganz besondere Freundschaften.

 

Wenn Sie sich für das Projekt interessieren und wissen wollen, wie Sie aktiv werden können – schauen Sie gerne doch mal auf der Website vorbei.

Wir von Freudeschenken e.V. sind glücklich ein so tolles Projekt unterstützen zu können und freuen uns auf eine Zusammenarbeit.

 

Bildquelle: http://www.paritaet-ka.de/dienste/wohnpartnerboerse

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